Dienstag, 31. Juli 2012

Roadtrip zu den Pinnacles

Als ich am Mittwoch Morgen um 7 Uhr endlich wieder in Alfred Cove zu Hause ankam und die Haustür aufschloss, erwartete mich erstmal ein großes Chaos. Die Haussitterin (die Au Pair Familie befindet sich gerade im Urlaub) nimmt es wohl nicht so ernst mit der Ordnung. Überall lagen ihre Klamotten rum und der Briefkasten quoll über. Aber das war mir dann auch egal, denn ich fand in den Mengen von Briefen und Werbung ein kleines Päckchen, welches an mich adressiert war. JUHU! Meine Familie hat mir ein kleines Päckchen zum Geburtstag gesandt. Ich muss sagen, dies war bisher mein bestes Geburtstagsgeschenk, welches ich je bekommen habe. Ich habe mich sehr gefreut und meine neue CD erstmal 10 Stunden auf Dauerschleife spielen lassen.

Dann musste ich mich aber doch noch fürn Stündchen aufs Ohr hauen. Denn in diesem Billigflieger war es nahezu unmöglich mal kurz zu schlafen.

Schließlich hieß es aber, aufstehen und das Auto schonmal für den Trip vorbereiten, denn in 2 Tagen sollte es ja auch schon los gehen. Am Ende des Tages war es dann vollbracht, mein Auto hat nun Gardienen. Dank Ikea war das anbringen auch "kinderleicht". Mal gucken wie lange sie nun halten und vorallem wie oft sie tatsächlich gebraucht werden.

Am nächsten Tag stand ein Treffen mit Sarah an. Sie kommt ursprünglich aus Schleswigholstein und ist gerade mit ihrem Sozialpädagogik-Studium fertig. Nachdem ich sie vom Bahnhof abgholt habe und wir uns besser kennen gelernt haben, zeigte ich ihr mein Auto und besprach mit ihr die erste Route. Check!- Nun sind wir also drei :)

Der weitere Tag gestalltete sich sehr hektisch und die Zeit rannte nur so davon. Ich musste noch einkaufen und das Auto beladen, mein Zimmer für das neue Au Pair einrichten und (davor graute mir) meinen Backpack neu bepacken. Um 0:30 Uhr war es dann vollbracht. Mein gesamtes Hab und Gut war im Auto verstaut. Mich plagte nur etwas das schlechte Gewissen, da ich einen Essensvorrat für gefühlte 12 Monate im Auto eingelagert habe. Und die anderen Mädels hatte ihren Kram noch gar nicht im Auto.... Naja ich dachte mir: "Es ist ja mein Auto, dann kann ich auch das meiste Zeugs dabei haben."

Um halb 6 klingelte am Freitag Morgen mein Wecker. Einen kleinen Rest musste ich noch ins Auto laden, anschließend Sarah vom Bahnhof abholen, zu Annika, einkaufen und dann endlich los. Auf dem Supermarktparkplatz habe wir die Einkäufe verstaut. Uns war das kleine Chaos im Auto erstmal egal, wir wollten nur noch los. Jetzt noch schnell meine Arbeitsklamotten im Café abgeben und dann aber wirklich auf die Straße. Im Café habe ich mich noch von einigen Kollegen verabschiedet und sogar noch einen "Soy-Flat White" umsonst bekommen.- Das war genau die Abschiedsscene, die ich immer im Kopf hatte, wenn ich Perth verlassen wollte: Bei meiner Arbeit vorbei und einen Take Away Kaffee mit ins Auto nehmen, Sonnenbrille auf und LOS!

Road Trip :) Erster Stop: Pinnacles



Nach ca. 250 Km erreichten wir den ersten Nationalpark unserer Strecke, den Nambung NP. Highlight des Parks sind die berühmten Pinnacles. Der Eintritt kostete uns $11. Dann hieß es raus aus dem Auto, Kamera gezückt und Fotos gemacht. Juhu wir fotografieren Sandfelsen :) Vom Prinzip nicht wirklich spannend. Aber es ist schon ein athemberaubendes schönes Naturphänomen. Nun konnten wir also den ersten Hacken, der To Do List machen.

Da es schon langsam anfing zu dämmern, hieß es einen geeigneten Schlafplatz für die Nacht zu suchen. Einfach so an der Straße stehen und wild campen ist jedoch hier überall verboten, wenn du es doch machst kommt der Ranger, wenn man Pech hat, kann man schonmal eine Strafe von $1000 blechen. Einen kostenlosen Campingplatz fanden wir auch nicht. Hmmm also was nun? Naja gut, dann kann man ja auch mal bei einer Farm nett nachfragen. Und das taten wir auch. Bei drei so netten Mädels, sollte das doch kein Problem sein. War es auch nicht. Die Familie der Farm war total nett. Wir durften in ihrer Scheune schlafen, die sogar eine eigene Toilette und Dusche hatte. Totaler Luxus war jedoch das heiße Wasser :) Später brachte uns der Farmer noch ein bisschen Kuchen und eine Einladung zum Dinner bekamen wir sogar auch noch. DIese nahmen wir jedoch nicht an. Wir wollten auch nicht übertreiben (beim nächsten Mal aber bestimmt).

In der großen Scheune nutzten wir die Gelegenheit das Auto intelligenter zu packen. Später schlugen wir unser Nachtlager in der Scheune auf. Wir schliefen gemeinsam auf meiner großen Matratze in einem Nebenzimmer der Scheune. Es war soo dunkel in dieser Scheune, so dass ich gar nicht richtig schlafen konnte. Aber diese erste Nacht, gestalltete sich einfach nur perfekt! Besser kann der Trip gar nicht starten. Annika, Sarah und ich einigten uns darauf, öfter eine Farm zum Schlafen aufzusuchen. Am nächsten Morgen genossen wir unser erstes gemeinsames Frühstück. Zu gut, dass wir einen Wasserkocher dabei haben. Leider frisst er zu viel Strom, so dass wir ihn nicht an der Autobatterie anschließen können. Aber in der Scheune haben wir ja Strom.

Zum Abschied schenkte uns der Farmer eine ganze Tüte Passionfruits. Einfach nur herrlich. So kann der Trip weitergehen.

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