Mittwoch, 31. Oktober 2012

Two Moons- Goojar Gonjol Aboriginal Community





So da war ich nun auf dem Weg, allein in Richtung Cape Leveque, zum Pender Bay. Die Straße ist eine 4wd Strecke. Das heißt, komplett roter Sand auf dem ich fahre. Dieser kann nach 2 Stunden fahrt schon etwas nervig werden. Im Gegensatz zu einer Asphaltierten Straße, wird dieser Sandweg auch WellblechStraße genannt. Manchmal ist es so holperig, dass es einigen Autos schonmal wichtige Schrauben rausgeruckelt haben soll. Naja während meiner Fahrt ging "nur" das Radio zu bruch..... Oh man und da war grad die "die Ärzte" Cd drin. Also musste der Rest des Weges ohne Musik bewältigt werden. Andrew meinte im Vorwege, wenn ich bei "middle lagoon" angekommen bin, soll ich dort nach dem Weg fragen. Nur gut, dass dort niemand Andrew geschweigedenn die Walbasis kennt... Mir kam dann noch ein komischer Typ im Auto entgegen, mit nem Bier in der Hand, sichtlich angetrunken. Ich dachte nur "bitte lass DAS nicht Andrew sein". Ein Glück war er es nicht. Den Weg habe ich auch so gefunden, war gar nicht mal allzu kompleziert. Wie dem auch sei, um ca. 16 Uhr bin ich endlich in meinem neuen Heim angekommen. Wurde als erstes total nett von zwei schottischen Mädels begrüßt. Ich fühlte mich gleich willkommen. Nachdem ich mich ein wenig gesammelt hatte, gab es auch schon bald Abendessen. Am großen Lagerfeuer hatte ich Gelegenheit erstmal alle Mitglieder der Community kennen zu lernen. Von Andrew habe ich ja schon ein wenig berichtet. Er ist der Aborogini, dem diese Community "gehört". Er ist 45 Jahre alt und hat sich hier am Pender Bay ein echtes kleines Paradies geschaffen. Neben der Erforschung der Wale, beherbergt er gelegentlich Kinder aus sozial schwachen Familien. Diese Sache will er aber in den nächsten Jahren vergrößern. Außerdem kommt jedes Jahr zur Trockenzeit Lou zu ihm. Dies ist ein echt netter kleiner Opi, der mit Andrew schon seit seiner Jugend befreundet ist. Er lebt hier die ganze Saison und mit Beginn der Regenzeit fährt er wieder nach Hause, in den Süden Australiens. Damit die Walerforschung auch professionell und repräsentativ abläuft, arbeitet hier immer ein Biologe. Dieser verdient aber nicht wirklich viel Geld. Alexis, ein nettes Mädel aus Schottland, hat gerade ihr Studium beendet und arbeitet derzeit an der Studie weiter. Nach 3 Monaten muss sie in ein Institut in Perth und ihre Arbeit analysieren und auswerten. Volunteere gehen ihr dabei zur Hand. Jeder kann Volunteer werden. Dieser bezahlt $125 die Woche, bekommt dafür Unterkunft, 3 Mahlzeiten und ein wunderschönes neues Zuhause. Jill, ein Rotschopf aus Schottland und ein Pärchen (ca 40 Jahre alt) von der Ostküste übernehmen diesen Job. Ja und ich bin der einzige wwoofer, dass heißt ich bezahle nichts, muss nur körperlich arbeiten. Aber die nächsten Tage darf ich auch mit zum Wale beobachten. :) Mein Lager für diese Nacht ist ein keiner Camper nah am Lagerfeuer. Vor so einem komischen Muhamed wurde ich kurz vor zu Bett gehen noch gewarnt. Keine Ahnung wer das nun ist... KIEKERIKIEEEEEEEEE...... ...Ja und das war Mohamed. Um halb 4 Uhr am Morgen. Oh mein Gott ist dieser Hahn nervig. Und das direkt neben meinem Zelt. Keine Chance weiter zu schlafen. Dieser Hahn hat ein grundlegendes Problem. Lou meint, Mohameds innere Uhr tickt irgendwie anders. Aber auch egal, denn die Arbeit startet eh heute um 7 Uhr. Das heißt, erstmal schön Frühstücken, proviant einpacken und ab zur Klippe fahren. Als erstes erklärte mir Alexis anhand eines kleinen Walmodels, die einzelnen Verhaltensweisen. Danach starteten auch schon die ersten 5 Minuten Wale beobacten. Jeder hat seine eigene Himmelsrichtung, in die er auf dem Ozean ausschau nach Walen halten muss. Sichte ich einen, der beispielsweise 10 km entfernt in Nordosten einen "blow" ausstößt, muss ich dieses notieren. Die meiste Zeit werden die Muttertiere von ihren Kälbern begleitet. Nach 5 Minuten, wird 10 Minuten pausiert. In dieser Zeit dokumentiert Alexis die Ergebnisse in ihrem Computer. Danach geht es wieder weiter. 5 Stunden lang. An diesem ersten Tag habe ich viele viele Wale gesehen mind. 20 an der Zahl. Was jedoch nicht viel ist, denn in der Hochsaion werden zeitweise 80 Stück an einem Tag gesichtet. Die Zahl der Wahle geht von Tag zu Tag zurück, da das Wasser sich mit Beginn der Regenzeit erwärmt und die Wale somit gen Süden ziehen. Um 12 Uhr war dann Feierabend, wir kehrten zurück in unser Camp. Am Nachmittag gingen Andrew, Lou und ich fischen. Nicht mit dem Boot oder ner langweiligen Angel. Nein, richtig mit nem Netz, welches mit einer bestimmten Technik um den Körpergeschlungen und dann mit geschick ins Wasser geworfen wird. Ich habe so meinen ersten Fisch gefangen. Diesen musste ich selbst erlösen, später ausnehmen, schuppen und kochen. Das nenn ich mal ne Erfahrung. Der Fisch war köstlich und ich fiel am Abend tot ins Bett, und vor allem glücklich :) Hier bleib ich länger

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