Mittwoch, 31. Oktober 2012
Ab aufs Boot
Die Arbeit beginnt
weichen Sand zu holen um diesen anschließend als Füllmittel zu benutzen. An einem anderen Tag fuhren wir in den Busch und sammelten Feuerholz. Andrew ging vor und zerlegte die Bäume und ich sammelte die Stämme auf. Man war ich dreckig danach. Das hab ich erst realisiert, als jemand von mir ein Foto machte und ich mir dieses anschaute. Die Arbeit beginnt hier so früh wie möglich, da es am Mittag zu heiß ist zu arbeiten. Zwischen 12Uhr und 15 Uhr liegt alles still, bevor es dann am Nachmittag nocheinmal weiter geht. Der nächste Job, der für mich anstand, handelte davon,zurück nach Broome zu fahren, dort eine Kunstausstellung zu besuchen und für die Community groß einzukaufen. Andrew, Jill und Alexis begleiteten mich auf diesem Weg und halfen mir beim Einkauf. Naja Andrew nicht wirklich, der war in der Kneipe :) Wir brachen am frühen Morgen auf und blieben über Nacht in Broome. So konnte ich auch Sarah wieder treffen und ein wenig Zeit mit ihr verbringen. Am Abend waren wir zu einem BBQ eingeladen. Bei einem echt gut situierten Pärchen. Nebenbei lief australisches football. Interssante Spielweise. Ein Mix aus american football und unserem Fußball. Wenn ich an der Ostküste bin werde ich definitiv ein Livespiel besuchen. Der Abend ging zu neige, der Alkoholpegel erhöhte sich, die Gitarren wurden rausgeholt und der Abend wurde einfach nur genossen. Am nächsten Morgen gingen wir Mädels erstmal auf den Markt, der jeden Samstag und Sonntagvormittag stattfindet. Neben leckereien, wie Honig, Kekse, Hamburger gibt es dort unter anderem Schmuck und verschiedenste Sorten von Cremes zu kaufen. Eine Woche vorher waren Sarah und ich auf dem Markt und kauften uns erstmal einen richtigen australischen Hut. Ich bin so froh dass ich diesen habe, denn die Sonne knallt ganz schön, vor allem wenn man sich den ganzen Tag draußen aufhält und arbeitet. Ich liebe diesen Hut und freue mich jetzt schon, ihn zu Hause als Erinnerung aufzuhängen.
Two Moons- Goojar Gonjol Aboriginal Community
So da war ich nun auf dem Weg, allein in Richtung Cape Leveque, zum Pender Bay. Die Straße ist eine 4wd Strecke. Das heißt, komplett roter Sand auf dem ich fahre. Dieser kann nach 2 Stunden fahrt schon etwas nervig werden. Im Gegensatz zu einer Asphaltierten Straße, wird dieser Sandweg auch WellblechStraße genannt. Manchmal ist es so holperig, dass es einigen Autos schonmal wichtige Schrauben rausgeruckelt haben soll. Naja während meiner Fahrt ging "nur" das Radio zu bruch..... Oh man und da war grad die "die Ärzte" Cd drin.
Also musste der Rest des Weges ohne Musik bewältigt werden.
Andrew meinte im Vorwege, wenn ich bei "middle lagoon" angekommen bin, soll ich dort nach dem Weg fragen. Nur gut, dass dort niemand Andrew geschweigedenn die Walbasis kennt... Mir kam dann noch ein komischer Typ im Auto entgegen, mit nem Bier in der Hand, sichtlich angetrunken. Ich dachte nur "bitte lass DAS nicht Andrew sein". Ein Glück war er es nicht.
Den Weg habe ich auch so gefunden, war gar nicht mal allzu kompleziert.
Wie dem auch sei, um ca. 16 Uhr bin ich endlich in meinem neuen Heim angekommen. Wurde als erstes total nett von zwei schottischen Mädels begrüßt. Ich fühlte mich gleich willkommen.
Nachdem ich mich ein wenig gesammelt hatte, gab es auch schon bald Abendessen. Am großen Lagerfeuer hatte ich Gelegenheit erstmal alle Mitglieder der Community kennen zu lernen.
Von Andrew habe ich ja schon ein wenig berichtet. Er ist der Aborogini, dem diese Community "gehört". Er ist 45 Jahre alt und hat sich hier am Pender Bay ein echtes kleines Paradies geschaffen. Neben der Erforschung der Wale, beherbergt er gelegentlich Kinder aus sozial schwachen Familien. Diese Sache will er aber in den nächsten Jahren vergrößern. Außerdem kommt jedes Jahr zur Trockenzeit Lou zu ihm. Dies ist ein echt netter kleiner Opi, der mit Andrew schon seit seiner Jugend befreundet ist. Er lebt hier die ganze Saison und mit Beginn der Regenzeit fährt er wieder nach Hause, in den Süden Australiens.
Damit die Walerforschung auch professionell und repräsentativ abläuft, arbeitet hier immer ein Biologe. Dieser verdient aber nicht wirklich viel Geld. Alexis, ein nettes Mädel aus Schottland, hat gerade ihr Studium beendet und arbeitet derzeit an der Studie weiter. Nach 3 Monaten muss sie in ein Institut in Perth und ihre Arbeit analysieren und auswerten. Volunteere gehen ihr dabei zur Hand. Jeder kann Volunteer werden. Dieser bezahlt $125 die Woche, bekommt dafür Unterkunft, 3 Mahlzeiten und ein wunderschönes neues Zuhause. Jill, ein Rotschopf aus Schottland und ein Pärchen (ca 40 Jahre alt) von der Ostküste übernehmen diesen Job. Ja und ich bin der einzige wwoofer, dass heißt ich bezahle nichts, muss nur körperlich arbeiten. Aber die nächsten Tage darf ich auch mit zum Wale beobachten. :)
Mein Lager für diese Nacht ist ein keiner Camper nah am Lagerfeuer. Vor so einem komischen Muhamed wurde ich kurz vor zu Bett gehen noch gewarnt. Keine Ahnung wer das nun ist...
KIEKERIKIEEEEEEEEE......
...Ja und das war Mohamed. Um halb 4 Uhr am Morgen. Oh mein Gott ist dieser Hahn nervig. Und das direkt neben meinem Zelt. Keine Chance weiter zu schlafen. Dieser Hahn hat ein grundlegendes Problem. Lou meint, Mohameds innere Uhr tickt irgendwie anders.
Aber auch egal, denn die Arbeit startet eh heute um 7 Uhr. Das heißt, erstmal schön Frühstücken, proviant einpacken und ab zur Klippe fahren. Als erstes erklärte mir Alexis anhand eines kleinen Walmodels, die einzelnen Verhaltensweisen. Danach starteten auch schon die ersten 5 Minuten Wale beobacten. Jeder hat seine eigene Himmelsrichtung, in die er auf dem Ozean ausschau nach Walen halten muss. Sichte ich einen, der beispielsweise 10 km entfernt in Nordosten einen "blow" ausstößt, muss ich dieses notieren. Die meiste Zeit werden die Muttertiere von ihren Kälbern begleitet. Nach 5 Minuten, wird 10 Minuten pausiert. In dieser Zeit dokumentiert Alexis die Ergebnisse in ihrem Computer. Danach geht es wieder weiter. 5 Stunden lang. An diesem ersten Tag habe ich viele viele Wale gesehen mind. 20 an der Zahl. Was jedoch nicht viel ist, denn in der Hochsaion werden zeitweise 80 Stück an einem Tag gesichtet. Die Zahl der Wahle geht von Tag zu Tag zurück, da das Wasser sich mit Beginn der Regenzeit erwärmt und die Wale somit gen Süden ziehen.
Um 12 Uhr war dann Feierabend, wir kehrten zurück in unser Camp. Am Nachmittag gingen Andrew, Lou und ich fischen. Nicht mit dem Boot oder ner langweiligen Angel. Nein, richtig mit nem Netz, welches mit einer bestimmten Technik um den Körpergeschlungen und dann mit geschick ins Wasser geworfen wird. Ich habe so meinen ersten Fisch gefangen. Diesen musste ich selbst erlösen, später ausnehmen, schuppen und kochen. Das nenn ich mal ne Erfahrung.
Der Fisch war köstlich und ich fiel am Abend tot ins Bett, und vor allem glücklich :)
Hier bleib ich länger
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